Freie Bücher bei Google und anderswo
September 1st, 2006Man konnte es in den letzten Tagen so ziemlich auf allen Kanälen lesen: Google bietet seit neustem Bücher, deren Urheberrecht abgelaufen ist, zum freien Download als PDF an. Das ist ein logischer und erfreulicher Schritt, und damit wird ein wesentlicher Einwand, den ich in "Die Befreiung der Information" gegen Google Book Search erhoben habe, hinfällig (vgl. S. 127 im Buch, hier ein Link auf das Kapitel in der Online-Version).
Man kann dem Konzern jetzt nicht mehr vorwerfen, er würde die digitalisierten Bücher zentralistisch auf seinen Servern horten, und sie nur in höchst restriktiver Weise den Benutzern zur Verfügung stellen -- in einem Format, das keinerlei Weiterverarbeitung oder auch nur das Ausdrucken eines Textschnippsels zuläßt.
Bei Büchern, deren Urheberrecht noch nicht abgelaufen ist, gelten diese Restriktionen natürlich nach wie vor. In diesem Fall sind es aber die Verlage und Autoren, die entscheiden müssen, ob sie ihre Bücher freigeben wollen oder nicht. Google hat darüber keine Entscheidungsbefugnis.
Sollte auch "Die Befreiung der Information" über Google Book Search verfügbar sein (und zwar natürlich im Volltext und ohne Restriktionen)? Mittelfristig bestimmt. Zur Zeit ist es mir allerdings lieber, die Online-Ausgabe und den Download über meinen eigenen Server zu machen, weil ich dann besser verfolgen kann, was passiert -- also wieviele Downloads es gibt und wieviele Besuche auf der Online-Ausgabe. Diese Zahlen werden auch hier im Blog regelmäßig veröffentlicht werden.
Übrigens hat Google den Text des Buches inzwischen auch voll erfaßt und indiziert. Wer also nach "das informationstechnische Erdbeben" sucht oder nach den Wörtern "wichtig drängend faszinierend", bekommt das erste bzw. das letzte Kapitel des Buches als ersten Treffer angezeigt.
Wikipedia: Feedback und Ergänzungen
August 30th, 2006Im Open Source Forum auf openBC hatte ich eine kurze Diskussion mit Mathias Schindler von Wikimedia Deutschland, also der Organisation, die hinter Wikipedia steht. Er hatte in meinem Buch den Abschnitt über Wikipedia gelesen und war ganz angetan davon: "Ich bin erfreut über die relativ dichte, konsistente und akkurate Erzählung, die aus dem zur Verfügung stehenden Platz ziemlich viel herausholt."
Einige wenige faktische Ungenauigkeiten hat Mathias Schindler in dem Kapitel ausgemacht (hier ist die Online-Version). Die wichtigsten davon sind:
- Der Artikel in der Fachzeitschrift nature, in dem Wikipedia mit der Encyclopaedia Britannica verglichen wird, erschien im redaktionellen und nicht im fachwissenschaftlichen Teil der Zeitschrift. Er erhebt also nicht den Anspruch, eine wissenschaftliche "Studie" im engeren Wortsinn zu sein -- obwohl die von nature durchgeführten Recherchen weit über das hinausgehen, was im Journalismus sonst üblich ist (vgl. Seite 138 im Buch).
- Ab der 2007er Ausgabe enthält die Encyclopaedia Britannica auch einen Artikel über Wikipedia ("mit moderater Fehlerzahl", schreibt Mathias Schindler). Der in meinem Buch auf Seite 140 genannte Vergleich ist damit nur noch historisch richtig, aber nichtsdestoweniger bezeichnend.
- Wikipedia verfügt inzwischen über mehr als zwei bezahlte Mitarbeiter (vgl. Seite 146), aber die Zahl ist immer noch einstellig.
Ich werde diese Änderungen in der zweiten Auflage des Buchs einarbeiten.
Buch auch bei Amazon lieferbar
August 29th, 2006Das Buch ist jetzt auch bei Amazon regulär lieferbar, und auch zum richtigen Preis (14,80 Euro).
Buch ist im Handel, Online-Ausgabe freigeschaltet
August 26th, 2006Jetzt hat es doch noch ein paar Tage länger gedauert, aber nun ist's soweit. "Die Befreiung der Information" ist im Buchhandel lieferbar. Die Online-Kaufhäuser hinken noch ein bißchen hinterher, aber der Deutsche Buchhandel ist eben schon immer ziemlich auf Zack gewesen. Bei Amazon hat das Buch nach wie vor nur den Status "vorbestellbar", bei bol.de ist es jedoch bereits regulär lieferbar.
Leider führt Amazon auch noch den alten, vorläufigen Preis des Buches. Weil sich in der Endphase zeigte, dass wir doch einige Druckbögen mehr brauchten, haben wir den Preis kurz vor der Veröffentlichung moderat anheben müssen: 14,80 Euro ist der richtige Preis, den bol.de auch bereits angibt.
Ebenfalls verfügbar ist jetzt die Online-Ausgabe des Buchs. Es gibt einerseits die Original-Druckvorlage im PDF-Format, andererseits eine HTML-Version, die für das Lesen im Browser-Fenster geeigneter sein dürfte.
Über Kommentare und sonstiges Feedback freut sich der Autor. Ich will versuchen, in den nächsten Tagen auch den Forums-Bereich dieses Websites fertig zu bekommen, damit die Diskussionen beginnen können. Bis dahin freue ich mich auch über Feedback per e-mail (spiegel klammeraffe gnu.org).
Das Buch ist da!
August 17th, 2006Heute habe ich die ersten Exemplare des Buchs in die Hände bekommen. Der Umschlag, entworfen von neo design consulting in Bonn, ist sehr schön geworden: Gestochen scharf kann man darauf die Start-Sequenz meines GNU/Linux-Laptops verfolgen... Inzwischen habe ich übrigens einen neueren Betriebssystem-Kern, aber das Gerät ist dasselbe, auf dem ich auch das hier schreibe.
Ich hoffe, dass viele Leser die Vorliebe für das gedruckte Buch teilen werden, und das keineswegs aus ökonomischen Gründen. Ein halbes Jahrtausend Buchdruck ist eine Errungenschaft unserer Kultur, für die es keinen Ersatz gibt.
Dennoch wird das Buch aber natürlich vollständig und ohne Einschränkungen online verfügbar sein. Da dies auch ein Experiment ist, und wir einen fairen Vergleich zwischen den Verkaufszahlen der Print-Ausgabe und den Zugriffen auf die Online-Ausgabe machen wollen, müssen wir allerdings noch um ein paar wenige Tage Geduld bitten. Das Buch geht jetzt in die Auslieferung und wird voraussichtlich Anfang nächster Woche im Handel verfügbar sein. Auch Amazon sollte es dann liefern können, nicht mehr nur als Vorbestellung.
In diesem Moment, also irgendwann zwischen Montag und Mittwoch nächster Woche (21.-23.8.), wird die Online-Ausgabe aktiviert werden.