Verschlüsselte Kabel
August 17th, 2006Im Kapitel über die Musik habe ich erwähnt, dass alle Kopierschutz-Verfahren eine prinzipielle und unüberwindliche Schwachstelle haben: die Tatsache nämlich, dass der Kunde seine Musik ja auch irgendwann anhören will. "Spätestens also, wenn sich die Daten, in analoge Schwingungen verwandelt, durch die Kabel auf den Weg zum Lautsprecher machen, kann man sie abfangen und in jedes beliebige freie Format umwandeln." (Die Befreiung der Information, Seite 100)
Es sollte erwähnt werden, dass die Industrie sich im Falle des Films genau dieser Schwachstelle angenommen hat. Die neuen Standards für hochauflösende DVDs, Blu-Ray und HD-DVD (im Buch erwähnt ab Seite 112) enthalten auch ein Teilsystem, das gewissermassen das Kabel zwischen Player und Bildschirm verschlüsselt. Das System heißt HDCP (High-Bandwidth Digital Content Protection), und es soll dafür sorgen, dass man die neuen, hochauflösenden DVDs nicht einfach dadurch kopieren kann, indem man ein Aufzeichnungsgerät zwischen Player und Bildschirm schaltet. Das Verfahren bewirkt, dass nur akkreditierte Hersteller in der Lage sind, Bildschirme zu bauen, die an die neuen Player angeschlossen werden können. Der Datenstrom zwischen Player und Bildschirm ist dann verschlüsselt. Selbst wenn man ihn abfangen würde, wären diese Daten wertlos.
Allerdings haben Kryptographie-Experten schon einige Schwachstellen in HDCP entdeckt. Der oben gelinkte Wikipedia-Eintrag enthält sehr gute, ausführliche Informationen dazu.
Das Sterben der Tauschbörsen?
August 11th, 2006In letzter Zeit häufen sich die Nachrichten über Musik-Tauschbörsen, die per richterlicher Anordnung geschlossen werden mußten, oder deren Funktion massiv eingeschränkt wurde: Grokster, Kazaa, BearShare, LimeWire, ... Das sind immerhin schon fast die Hälfte derer, die ich meinem Buch »Die Befreiung der Information« überhaupt erwähnt habe. Gewinnt also die Musik-Industrie den Kampf, und noch dazu schneller als erwartet? Wie deckt sich das mit meiner Behauptung, dass die Filesharing-Netze der zweiten Generation keine zentrale Instanz mehr kennen, die man rechtlich belangen oder ausschalten könnte?
Interview bei WDR 3 "Resonanzen"
August 9th, 2006Schon ein paar Tage her: Am vergangenen Donnerstag (3.8.) hatte ich ein Live-Gespräch über das Buch mit Kornelia Bittmann in der Sendung Resonanzen auf WDR 3. Den Mitschnitt dieses Gesprächs darf ich leider nicht offiziell hier auf dem Website zum Download anbieten, aber wer sich dafür interessiert, kann mich gerne persönlich ansprechen. (Der Link oben führt zur offiziellen Seite des WDR über das Gespräch, da ist aber leider kein Mittschnitt verfügbar.)
Vorabdruck in "Die Presse", Wien
August 3rd, 2006Am vergangenen Wochenende hat "Die Presse" in Wien ein Kapitel des Buchs vorabgedruckt, und zwar das Kapitel "Wort" über die Zukunft des Buches in der digitalen Welt. Der Text erschien in der Wochenendbeilage "Spectrum" (29.07.06) und wurde kaum gekürzt.
Hier ist die Online-Version.
Es geht los
August 3rd, 2006Also, hier ist der Startschuss: Erster Eintrag im Blog zum Buch.
Die Befreiung der Information erscheint in diesen Tagen im Buchhandel -- wann genau, kann ich selber nicht sagen, aber wahrscheinlich wird es so um den 10. August herum sein. Das Buch ist jedenfalls im Druck, kann im Buchhandel oder online vorbestellt werden und, nun ja, dieser Website wird aufgebaut. Ich bin zwar Programmierer, aber mit richtigem Web-Design habe ich wenig Erfahrung. Ich hoffe, dass alles einigermaßen akzeptabel aussieht, auch in anderen Browsern als Firefox, den ich verwende. Falls es irgendwo Probleme gibt, bitte melden!
Das alles hier ist ein Projekt, ein Experiment. Ursprünglich gab's nur die Idee, ein Buch über GNU/Linux zu machen, dann wurden wir (also Autor und Verlag) uns schnell klar darüber, dass wir Nägel mit Köpfen machen wollten und das Buch selber als freie Information zur Verfügung stellen würden, online, vom ersten Tag an, ohne Einschränkungen. Es ist schön, dass der Verlag sich darauf eingelassen hat; nun wollen wir sehen, was dabei herauskommt.
Na, und wenn man dann schon ein Buch ins Web stellt, dann kann man natürlich auch gleich ein Blog und ein Diskussionsforum dazutun. Dachte ich mir. Und schon haben wir ein ganzes Projekt, das mit Sicherheit eine Menge Arbeit verschlingen wird... Wir werden sehen, wie es ankommt. Ich hoffe auf spannende Diskussionen.